kopfhorer_1024
Letzten Freitag hatten wir ein sehr einzigartiges Gipfeltreffen. Mein Opa ist an diesem Tag uns vorausgegangen und aus dem Leben geschieden. Die Trauer über seinen Tod wich sehr schnell der Dank über die Gnade, dass wir ihn so lange bei uns haben durften und er ein toller Mensch war, der sehr viel in seinem Leben anderen gegeben hat.
Ausserdem kam Martin Dreyer zu uns, hat gepredigt und einen neuen Aufruf gemacht, bei dem viele aufstanden um etwas neu anzupacken und ganze Sache mit Gott zu machen. „Nichts ist schatziger als Gott“ blieb echt hängen.

Es war aber auch eine echt geniale Worship Zeit. Als Leiter hat man es manchmal nicht einfach. Es fängt ja schon bei der liedauswahl an. Und man macht sich Sorgen, wenn man mal im Ablauf rumspringt, ob der Beamermann am Computer noch mitkommt, die richtigen Folien anzuzeigen, damit alle mitsingen können. Egal, wenn man berührt wird, muss man das einfach mal hinten anstellen. Jedenfalls hatte ich persönlich eine sehr intensive Zeit auf der Stage, ich habe die Worte in meinem Herzen gedreht und gewendet und alles um mich rum ausgeblendet (ein netter Vers für ein Lied). Und dann vernehme ich plötzlich eine Stimme die da sagt: „Hallo?!“

Der Eindruck der damit einherging war dieser: Ich habe die Frequenz erwischt, auf der Jesus spricht. Man stelle sich das Leben als Radio vor: Getrieben vom Druck des Alltags, der Schnellebigkeit des Lebens wie auf einer DSL Leitung, die Suche nach Weisheit der man mit dem downloaden von zahlreichen mp3 Predigten begegnet, dem Lesen von zich geistreichen Büchern „brennenden“ Themen, getrieben vom Alltag eben dreht man am Radio und sucht DEN Sender, wo man alles bekommt. Aber leider viel zu schnell. Ich höre nur kurz eine Silbe, eine Stimme, ein Wort, ein Kratzgeräusch, eine Staumeldung, einen Nachrichtengong oder sonstwas – aber ich schaffe es nicht DEN richtigen Sender einzustellen. Es ist einfach wie verhext! Aber ich will den Sender SOFORT finden und gebe Gas. Die Konkurrenz ist hart, jeder will mich beeindrucken mit seinem großartigen Programm, alle rufen laut „Hier findest du die Weisheit, hier lernst du für dein Leben!“ Manchmal bleibe ich bei einem hängen und höre lange Zeit zu, und merke nicht wie mich das abstumpft.

„Wie wärs mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…“. Vielleicht mal eins nach dem anderen machen, die Sender deines Lebens begutachten, anhören was dort gesagt wird und nach einer Weile damit abschließen, es hinter einen lassen und zum nächsten gehen? Den Knopf langsam drehen, mit Ruhe und Sorgfalt zwischen den Sendern suchen. Die Frequenz ist neben all diesen vielen anderen Sendern schwer zu finden. Aber ich weiß, dieser Sender existiert, um die Stimme zu hören benötige ich aber ein ruhiges Händchen und Geduld.

Deswegen habe ich mir gestern im gespräch mit meinem Mentor neue Aufgaben gestellt, ein Projekt für zunächst 2 Wochen:

1. Emails 1x abends checken.
2. Täglich eine halbe Stunde spazieren gehen und abschalten.
3. 0.00h Feierabend – es geht ins Bett. Schlaf muss sein.

Irgendwo muss man ja anfangen. Das ist der erste Schritt.

Zu empfehlen: „Getrieben oder berufen – Ordne dein Leben“ von Gordon MacDonald. Projektion J Verlag, 1984. Hier.



3 Responses to “Auf welcher Frequenz empfange ich nochmal Jesus???”  

  1. 1 Kimi

    Hey Tim!
    wollt dir einfach mal sagen, dass du echt ne tolle Art zu schreiben hast und echt was dabei herüberkommt. Bei mir auf jeden Fall ;)
    Ich hoffe und bete, dass du deine dir gesetzten Ziele nie aus den Augen verlierst und dich mit Gottes Stimme leiten lässt!
    Be blessed

  2. 2 Tim

    Hey kim,
    vielen Dank für die Loorberen! Bisher klappt es gut und ich genieße die freien Minuten, die ich mir am Tag gönne.
    Manchmal muss das aber auch sein…

  3. hallo hallo.
    ich bin ganz zufällig auf deinen Blog gekommen und bin auf diesen Artikel gestoßen und fand ihn wirklich beeindruckend. Wahnsinn.
    Liebe grüße
    Litha


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