Es nervt, immer knapp an der Oberkante Unterlippe zu leben. Mein Studium frisst einen Batzen Kohle und ich strampel mich für einen MiniJob ab, dabei könnte ich schlimmere Jobs haben, wo ich noch mehr schufte für das gleiche Geld. Vor allen Dingen in Köln nehmen Unternehmen solche Studenten gerne aus.

Es macht einen mürbe, man kann sich gar nicht so richtig am studieren freuen, wenn man immer kalkulieren muss, ob man den Monat übersteht. Für mich ist es eigentlich kein Problem, am Ende auf 0 rauszukommen. Damit kann ich gut leben. Sparen will ich später. Aber wenn man bei Leuten in der Kreide steht, die selber ihre Rechnungen versuchen zu begleichen, das geht nicht. Da fühlt man sich wirklich nicht wohl.

Wenn ich meine Kosten mal mit den Kosten, die man auf Studis-Online abrufen kann, vergleiche, dann frage ich mich, wieviel ich bei anderen Leuten anscheinend gegessen habe. Denn ich kann die Kosten im günstigsten Fall mit meinem monatlichen Einnahmen nicht decken:

Wohnungskosten (Miete und Nebenkosten) 199 – 336 €
Ernährung 130 – 151 €
Fahrtkosten
(wenn nur Öffentlicher Nah- und Fernverkehr)
35 €
Fahrtkosten (wenn nur Auto) 116 €
Kleidung 50 – 58 €
Kommunikation (Telefon, Internet, GEZ, Post) 49 €
Lernmittel 30 – 77 €
Krankenversicherung, Arztkosten und Medikamente 0 – 60 €
Freizeit, Kultur und Sport 62 €
Semesterweise auftretende Kosten
(auf Monat umgelegt)
8 – 100 €
Mindestkosten insgesamt
(günstigster vs. ungünstigster Fall)
563 – 1044 €


2 Responses to “Sich über Geld Gedanken zu machen, ist nicht schön”  

  1. Die Unterschiede ergeben sich doch aus den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in verschiedenen Regionen von Deutschland. Das fängt doch schon bei der Miete an: In Köln wird es vermutlich schwierig für 199 Euro eine ansprechende Bleibe zu finden, in Chemnitz ist das ohne Probleme möglich. Ähnliches bei den Fahrtkosten, gibt es doch in einem kleineren Verkehrsverbund auch schon für 50 Euro ein komplettes Semesterticket. Und bei anderen Dingen kann man selbst natürlich auch sparen: 50 Euro pro Monat für Kleidung ist ja ein eher grober Richtwert, den muss man ja nicht jeden Monat ausfüllen. Am besten Liste machen über die Ausgaben und dann gucken wo am meisten Geld für rausgeht und was man reduzieren kann. Viele Grüße, der Chemnitzblogger

  2. Hey chemnitzblog,
    das ist richtig. Natürlich ist das regional abhängig. Aber die Spanne zwischen niedrigstem und höchstem Kostenbetrag ist doch sehr groß. Ich müsste doch davon ausgehen, wenigsten den geringsten Betrag zu decken. Denn ich wohne noch nicht mal in Köln, habe aber höhere Mietkosten, obwohl ich in einer WG wohne. WIe soll das dann erst eben in Köln ausschauen?
    Wenn ich andere Kommilitonen sehe, bin ich immer wieder erstaunt, was die sich alles gekauft haben, wo sie unterwegs waren, wieviel sie getrunken und gegessen haben. Kein Plan, wie die das hinkriegen.
    Naja, konsequenz daraus: Jetzt gehts mal ab zum Studentenwerk und Bafög beantragen.


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