Dennoch kann sich zu viel Information als nachteilig herausstellen, Eine Person kann, wenn sie eine Information über eine Sache oder einen Sachverhalt erhält, zu dem Schluss kommen, dass sie eigentlich noch weitere Informationen benötigt, um etwas richtig zu bewerten und entscheiden zu können. Während sie nun weitere Informationen über einen Gegenstand sucht und findet, bemerkt sie, dass sich die Sache sehr viel komplexer verhält als vorher angenommen. Diese Erkenntnis, nach noch weiterführender Information suchen zu müssen, kann die Situation erschweren, da nun Verunsicherung eintreten kann und so natürlich schlechter eine Entscheidung möglich ist als vorher, da noch weniger Informationen verfügbar waren. (Prozessordnung von Florian Cremer)

Das Internet ist geballt von Wissen und Informationen, Meinungen, Ansichten, Haltungen. Jederzeit und an fast jedem Ort sind Informationen abrufbar. Zu einem Thema erhält man eine Fülle von Quellen und Daten. Das Internet ist deshalb so populär geworden, weil es Links gibt: Ich kann sofort vom einen Thema in ein Unterthema wechseln um noch genauere Informationen zu bekommen.

Man merkt das schnell: Man wird ineffizient, denn man sieht einen riesigen Pool an Informationen und man bekommt das Gefühl, sich alles aneignn zu müssen, Meinungen zu lesen um auch kritisch zu reflektieren. Alles gut und schön, aber die Verunsicherung nimmt zu. Früher ging man in die Bibliothek, hat die drei wichtigsten Quellen zu einer bestimmten Information rausgesucht und hat sich dann damit beschäftigt, ohne ein Netzwerk anzuzapfen. Und man brachte Dinge auf den Punkt. Jetzt gibt es Wikipedia, eine Open-Source-Enzyklopädie mit internen und externen Links, Ressourcen, Empfehlungen, Diskussionen und menschlichen Fehlern. Kann man sich darauf verlassen? Oder fehlen nicht noch mehr Informationen? Die Verunsicherung steigt.

Ich sehe die Problematik des Information Overloads des Internets. Um das in den Griff zu bekommen, sollte man sich auf sein Informationsmanagement verlassen.



5 Responses to “Gefahr des Wissensdurstes”  

  1. Tja, und da greift eben eine gute Bibliothek ein und bietet Dienste, wie man entweder selbst die Informationen bewertet – und somit den Spreu vom Weizen trennt – oder man surft nicht wild in G….. drauflos, sondern hat in seiner Bibliothek gelentn, wie man wo relevante Informationen aus dem Internet bekommt und kann diese dann auswerten, bewerten und nutzen und muss sich nicht erst seitenweise durch irrelevante Informationen unbekannter Herkunft suchen.

  2. 2 sally86

    genau, so sehe ich das auch. Ich verstehe gar nicht, warum es in Deutschland nicht selbstverständlich ist Bibliotheken zu nutzen? Klar ist es bequemer vorm PC zu sitzen, allerdings mit der Gefahr sich im schier endlosen world wide web zu verirren.

    Gerade in wissenschaftlichen Bibliotheken bekommt man eine gute fachliche Hilfe zu speziellen Themen. Es gibt Fachdatenbanken, auf die man von zuhause gar keinen Zugriff haben würde (es sei denn man hat einen speziellen Uniaccount: Virtual Private Network, genannt)

  3. 3 Tim

    @corvuscorax: der ansatz ist gut. so sollte die bibliothek aussehen, ja. wenn ich etwas suche, soll mir das internet genau die quellen raussuchen, die am wichtigsten sind. die kann ich mir dann in der bibliothek abholen.
    wieviele bibliotheken haben solch eine schnittstelle? gibt es bibliotheken die ein ranking tool nutzen in ihrem buchbestand? ich weiß dass an der uni köln ein riesiges durcheinander herrscht und die dort die interne buchsuche richtig schlecht ist.
    was passiert, wenn googlebooks mal richtig läuft? ob das nicht die unis einsetzen könnten?

  4. 4 Deniz

    Genau das, was Florian Cremer schreibt wird mir immer wieder zum Verhängnis. Information loves information overload, 24 Stunden (im Schlaf verarbeiten wir erst recht Informationen) Informationssucht – sogar auf dem Klo. Mit dem Ergebnis, dass man vergisst, was einem wirklich wichtig ist und man Entscheidungen nicht mehr so leicht fällen kann. Wenn man in so einen Strudel geraten ist, ist es bestimmt nicht verkehrt, die Gehirnfestplatte zu defragmentieren. Hab ich mir schon oft vorgenommen, aber immer auch “weitergearbeitet”. Ich lasse jetzt mal für ein Jahr das zwanghafte Arbeiten sein. Andere verbringen dafür ein halbes oder ganzes Jahr im Ausland – raus aus dem Alltagstrott – aber das muss doch auch in der gewohnten Umgebung möglich sein. Oder?

    Zum Thema Bibliothek: Die Informationssuche der Uni-Bib ist richtig schlecht, ein sehr unmodernes System. Nein, danke.

  5. 5 Deniz

    Ich meinte: Information-junkie loves information overload.


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