Onfire im Mai
Ein verrückter Abend war das am Sonntag. Im Vorfeld haben wir glaub ich so wenig Werbung gemacht wie sonst nie. Es fehlte der Ansporn, die Motivation, der Nervenkitzel. Es fehlte einfach die Gewissheit, dieser Jugendgottesdient sei relevant für Solingen und Gott könnte was bewirken. Zumindest ging es mir zeitweise so. Ich wollte nicht so wirklich. Ich habe mich nicht bereit gefühlt. Hatte mehr Freude empfunden darüber, dass ich am Mittwoch in Indiana Jones 4 gehen kann, anstatt am Sonntag das Evangelium zu verkünden. Eigentlich beschämend.
Gott hats aber geschafft, auch durch diese sch… Einstellung zu wirken. Er kann alles zum Besten wenden. Obwohl ich nicht wußte, wie er das schaffen will. Eigentlich war ich überzeugt, dass er mich voll vor die Wand laufen lassen will, aufgrund dieser Einstellung. Ich war ihm doch so untreu. Beim Soundcheck war der Monitor hinüber. Das ist schlecht, wenn man auf der Bühne steht und sich hören will. Alternativ habe ich eben über den Monitor von Wolle „mit“gespielt. Aber währenddessen hat dann auch meine E-Gitarre den Geist aufgegeben, irgendein Wackelkontakt.
Normalerweise wäre ich total sauer, hätte mich voll geärgert, wäre nur enttäuscht. Aber eigentlich dachte ich dann am Sonntag: Das hast du verdient. Deswegen habe ich mich dann hinter die Bühne verzogen und dort erstmal kräftig gebetet, gerufen, getanzt, gefreut. Ich war absolut einverstanden mit der Situation, auch wenn es mir leid tat für die Band un die ganzen Rocker, die auf verzerrte Gitarren Riffs stehen (aber wir hatten ja auch noch den André an der E-Gitarre, der zufällig zum ersten Mal mitgespielt hat).
Die Message war ein Segen, der Aufruf wurde genutzt, das Kreuz wurde hochgehalten (bildlich gesprochen), es war eine heilige Zeit. Denn nach der Message hab ich nur ein Kabel gewechselt. Gott hat den Rest gemacht: Ich hab wieder angefangen, lauter denn zuvor und die Post ging ab. Echt Wahnsinn.
Es ist noch mehr passiert an diesem Abend. Nach all den Eindrücken in den Wochen zuvor, war das so nicht zu erwarten. Aber wer sagt, Gott handelt so wie wir es erwarten? Als biete die Bibel nicht genug Beispiele für seine Spontanität. (Hier).
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Tags: überraschung, musik, OnFire


Dieses „Das hast du verdient“-Gefühl kenn ich auch sehr gut
Teilweise find ich’s aber auch ein doof von Gott, dass er so oft alles ganz anders macht als wir denken. Ich meine, wenn wir wenig vorbereiten, einladen, beten – dass es dann gut wird. Und wenn wir hohe Erwartungen haben, viel beten usw – dass wir dann enttäuscht werden. Das nervt mich manchmal. Da wünsche ich mir, dass der Glaube etwas logischer wäre. Aber so könnte man es ja sogar als Motivation nehmen, nicht zu beten.
PS: Schön, dass du deinen Blog weiterschreibst!
Wenn die Zeit da ist, halte ich gerne Dinge fest. Du weißt ja wie das ist…