Die Jugendarbeit hat eine Entwicklung gemacht. Sie schreitet auch noch weiter voran. Aber wenn ich so zurückblicke auf die vergangenen fünf Jahre, sehe ich etwas, das mir sehr gefällt. Es gab Momente, da war ich es leid: Immer mussten man im voraus planen was passieren sollte. Ein Leitungsteam sitzt zusammen, verteilt Verantwortlichkeiten und Aufgaben. Einzelne übernehmen daraufhin von vorne die Leitung, es war immer ein kleiner, auserwählter Kreis der sich dafür eingesetzt hat.

Es stank mir. Ich hatte die Konsumhaltung der Jugendlichen satt. Wir waren zeitweise einfach ermüdet, visionslos, konzeptlos. An manchen Abenden wurde Programm erwartet, dass den Jugendlichen Jesus Pur bot nach einer unheiligen Woche. Wie sollten wir jedoch das zustande bringen? Wie kann man zum Ende der Woche Gottes Wirken erwarten, wenn man ihm im Alltag den Zugang verwehrt? Ich war nicht imstande, das für mich und für uns zu beantworten.

Wir haben über diese Situation geredet. Ich besitze zwar kein Protokoll über eine Entscheidung darüber, dem einzelnen Jugendlichen mehr Verantwortung zuzuteilen. Aber wir haben uns mehr und mehr darauf ausgerichtet, jedem die Möglichkeit zu geben, selbst zu gestalten, zu verantworten, zu erarbeiten, zu kreieren. Es entwickelten sich daraus neue Programme, Gruppen und Visionen. Im Rückblick ist diese Entwicklung deutlich an Wegpunkten zu erkennen: Der Jugendkreis Gipfeltreffen hat vielmehr neue Gesichter bekommen. Kubik³ wird eigenverantwortlich von den Jugendlichen geplant und durchgeführt, die Idee stammt auch aus der Feder der Jugend. Aktionen und Arbeiten sind keine One-Man Show mehr, viele Köpfe bringen sich ein. Wir sind zu einem großen Kollektiv geworden, welches unterschiedliche Gaben und Kräfte besitzt.

Das ist gut. Keine Verantwortungshierarchie mehr, kein Steuerungssystem. Sondern viele Mosaike bilden einen Leib. Wir ziehen alle gemeinsam am gleichen Strang, haben alle das eine Ziel vor Augen: Nachfolge.

Es kommt von innen heraus. Wir haben unsere eigene Mitte neu definiert, sie profiliert, aus dem Wirrwar ein klares Bild gezeichnet: Persönliche Gemeinschaft. Persönlich, weil jeder individuell ist, jeder darf so kommen, wie er ist und sich mit seinen Features einbringen. Gemeinschaft, weil wir zusammen wirken, gemeinsam lernen und lehren, respektvoll, tolerant, auf Augenhöhe.

But I think the big switch for us will be to stop thinking of small groups as prop-ups to the “real deal,” weekend-based church. In reality, small groups are major elements of the church. In fact, they are themselves churches. And that’s the big switch. When people are able to see small groups as churches in and of themselves, therefore fully capable of doing all the functions of an ecclesia, then the revolution is on.
Alan Hirsch in “Christianity Today”

So gesehen sind unsere einzelnen Gemeinschaften Kirchen. In ihr sind Menschen, die an eine Sache glauben, die miteinander teilen, voneinander lernen, füreinander einstehen. Das verändert meine Haltung zu Jugendarbeit. Und ja, das könnte Revolution bedeuten.



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