Visit Lübeck

11Jun07

“Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterwiesen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn, und sie beteten gemeinsam. (…) Tag für Tag versammelten sie sich einmütig im Tempel, und in ihren Häusern hielten sie das Mahl des Herrn und aßen gemeinsam, mit jubelnder Freude und reinem Herzen. Sie priesen Gott und wurden vom ganzen Volk geachtet. Der Herr aber führte ihnen jeden Tag weitere Menschen zu, die gerettet werden sollten.” (Apostelgeschichte 2, 42+46-47)

Viele Eindrücke, Inspiration und Erholung bringe ich wieder mit zurück aus Lübeck. Geplant war ein ruhiges, entspanntes Wochenende bei Stephan, der uns mehr als gastfreundlich aufnahm. Heraus kam ein Wochenende voller Eindrücke, Inspiration, Spaß, Gemeinschaft, neuen Bekanntschaften und absoluter Erholung. Obwohl es nur drei Tage Aufenthalt waren, kommt es mir vor, als würde ich aus einem zweiwöchigen Urlaub zurück kommen. Wir wurden königlichst versorgt und waren in alle Termine und Treffen voll eingespannt. Wir durften über die Tage auch Teil der christlichen Jugend in Lübeck sein.

Seit 2000 gibt es in Lübeck einen gemeinsamen Gottesdienst namens Sinnlos, der von den verschiedenen, aber vereint überzeugten Jugendlichen der Gemeinden organisiert wird. Doch zum ersten mal wurde am Samstag in großem Rahmen gemeinsam eine Marketing Aktion gestartet, um den nächsten Gottesdienst am 24.6. in der Stadt bekannt zu machen. Stephan hat schon im Vorfeld neue Flyer in Druck gegeben, die farbenfroh (mit der obligatorischen Lieblingsfarbe Pink) auf die Veranstaltung hinweisen. Es standen dann 5000 Flyer und 250 Plakate zur Verfügung. Begonnen haben wir erst einmal in der Basis, der FEG Lübeck, Heimatgemeinde von den Keulen Stephan und Dany an der Blanckstraße. Es kamen ca. 50 Leute was echt klasse war, denn mit so vielen Leuten kann man wirklich was starten. So gab es eine Gruppe die in die Stadt losgezogen ist, eine hat sich in und um Drägerpark (der Ort, wo Sinnlos als Open-Air-Event stattfinden wird) aufgehalten und die dritte Gruppe hat große Banner mit Bibelversen besprayt.

Ich selbst bin im Drägerpark unterwegs gewesen. Wir konnten viele Plakate aufhängen, reichlich Flyer verteilen und in Briefkästen stecken und haben den Ort mit Worship und Gebet gesegnet. Es ist uns wichtig gewesen, genau hier ein Zeichen zu setzen. Nicht nur zu sagen, am 24. sind wir “mal” da, sondern jetzt schon präsent zu sein und zu zeigen, dieser Ort liegt uns am Herzen. Ich denke das hat gewirkt, vor allen Dingen in uns hat Gott kraftvoll gearbeitet. Es ist auch wichtig, bereits im Vorfeld der anderen Seite keine Möglichkeit zu geben, in die falsche Richtung zu lenken oder das Feld zu übernehmen. Ich bin sicher, der Teufel hat ganz schön Angst bekommen :-)

Abends haben wir dann den Tag gemeinsam abgeschlossen. Viele Leute berichteten von ihren Erfahrungen im Laufe des Tages, wie sie das ganze empfanden, wie Leute reagierten und wie Gott geführt hat. Ich war erstaunt: Man hatte den Mut wirklich herzlich auf die Jugendlichen zuzugehen – und man wurde auch herzlich und interessiert empfangen. Die Menschen waren offen für etwas neues, besonderes, für eine freundliche Begrüßung. Ich hatte bei solchen Aktionen zuvor eher nicht solche positiven Ergebnisse erzielen können. Vielleicht haben wir auch falsche Ansatzpunkte und Ziele gehabt.

Der Abend war damit nicht vorbei. Um 22.30 h mussten alle zusammen (ca. 22 Mann) noch unbedingt zur Familie Tonnes – und ab in die Wakenitz zum schwimmen! Das Wasser war lecker warm, wir hatten sau viel Spaß, lachten, erzählten, schwammen um die Wette. Wann habe ich so etwas das letzte Mal gemacht? Und mit einer solch großen Gemeinschaft machts doppelt viel Spaß.

Selbst der Sonntag war ebenfalls außergewöhlich. Erst in den Gottesdienst (sehr lebendig, mit umhertobenden und spielenden, aber leisen Kleinkindern), dann weiter zu Passigs zum Mittagessen.

Mich fragt eine mir unbekannte junge Dame: “Und? Was macht ihr jetzt noch?”
Ich: “Ja, Stephan sagt wir sollen zur Familie P…P…äh wie heißen die noch gleich?”
Sie: “Passigs? Das sind wir.”
Ich (wird ganz rot, grinst beschämt): “Oh…ok, dann sollen wir wohl zu euch.”
Sie (grinst): “Alles klar!”

Erstaunlich: jeden Sonntag gehts zu dieser Familie, die ihr Haus, gastfreundlich wie sie sind, sehr gern für jedermann öffnen und auch noch für die ganze Schar Essen machen. Es gab Spätzeauflauf, bei herrlichsten Sonnenschein und weiterhin wolkenlosen Himmel saßen wir zusammen draußen und aßen die leckeren Speisen. Auch ganz frische Gemeindemitglieder (bzw. Leute, die zum ersten Mal da waren) sind dabei. Das ist auch so ein Ding. Stephan: “Im Grunde ist jede Woche immer irgendjemand neues dabei, der von irgendwem mitgeschleppt wird.” Man kann sich einfach dem nicht entziehen, man ist gewollt auch anderen die Nähe Gottes zu zeigen. Und von solch einer Gemeinschaft ist man echt angezogen. Sie tun auch alles dafür, das man sich willkommen fühlt.

Lübeck hinterlässt den Eindruck eines sonnengetränkten Ortes, mit idyllischen Seen und lebendigen Treibens. Wer kann widerstehen, in der wohl temperierten (22°C) Wakenitz zu schwimmen oder mit dem Kanu auf ihr sich treiben zu lassen? Was anderes außer Dank kommt in solchen Momenten in einem hoch? Mann kann wieder mal nur staunen wie faszinierend Gottes Schöpfung sich in der Natur widerspiegelt. Und man kann staunen wie sehr sich die Jugendlichen und die Familien es sich zu Herzen genommen haben, die Liebe Jesu weiterzugeben.



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